Björn und Aviva aus den USA haben uns über Weihnachten besucht - mehr dazu dann im Januar!
Grüße aus Down Under
Ralf, Ele und Jannik
Unser "Abenteuer Neuseeland" - damit wir mit Euch und Ihr mit uns in Kontakt bleibt!
Auto als portables Warenlager !?
Ich hatte ja gestern ausgeführt, wie das so ist, wenn man zum Beispiel bei einer Arbeitskollegin mitfährt,.... hier die Fortsetzung meines "Abenteuers"
Hinten rechts war die Situation ähnlich, quasi also hätte eine Bombe in einem Mini-Supermarkt einschlagen: Zig Tüten, eine Webcam (!!), kleinere Kartons, Kabel, ein Stofftier, kleine Decke und ... fragt mich nicht, was da noch alles auf dem Sitz lag. Es war wirklich ein kompletter Flohmarkt – nur nicht in Form eines Standes wie bei uns auf einem offiziellen Flohmarkt, sondern eher ergonomisch übereinander gestapelt und ineinander geschachtelt.
Dummerweise war der Karton schon voll (der vom Vordersitz), und so ist das ganze Zeug denn kurzerhand einfach in den Kofferraum geflogen. Sah klasse aus: Stück für Stück ist von der hinteren Sitzbank in den Kofferraum geflogen. So etwas kannte ich bislang nur von irgendwelchen Hollywood-Filmen, wo die saure nette Dame den untreuen Mann aus der gemeinsamen Wohnung wirft, und Socken, Hose, Schuhe und Fernseher aus dem 5 Stockwerk hinterher schmeißt. Und im Ergebnis sah der Kofferraum dann etwa so aus wie bei uns ein Haushalts-Müllberg am Straßenrand wenn der Sperrmüllwagen kommt.
Nun, ich wollte weder vorne links noch hinten rechts Platz nehmen, sondern ich wollte hinten links „mich einquartieren“. Und was erwartet ihr jetzt? Klar, der Sitz war auch mit allerlei Krimskrams voll! Das Meiste konnte ich ja in die Mitte der Rückbank schieben, so dass ich halbwegs auf dem Sitz Platz nehmen konnte. Mein Fußraum, und das möchte ich hier betonen, der gesamte (gesamte!) Fußraum war „ebenerdig“ gefüllt mit weiteren lebenswichtigen Utensilien, die man unbedingt in einem Auto transportieren muss. Wirklich – „e-b-e-n-e-r-d-i-g !“. Denn man weiß ja nie, wann man das alles gebrauchen kann.
Also in meinem Fußraum fand ich: Ein paar Becher, weitere Kabel, ein leerer Karton (von der Webcam, siehe oben, Sitz hinten rechts), zwei Bücher, ein paar Zeitungen, ein Times Magazin, eine Dose Stifte, eine Packung Strumpfhosen, eine Fernsteuerung, ein Telefon mit Anrufbeantworter, und noch eine leere Sprudelflasche. An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern, das hat einfach die Kapazität meines Gedächtnisses überschritten (nicht im Sinne der Menge sondern mehr im Sinne der vielen Abstrusitäten – oder wie heisst das...?).
So ungefähr all diese Sachen waren im Fussraum !!
Nun, der Karton war ja voll, die Stauraumkapazitäten des Kofferraum mit den Utensilien von Platz vorne links und hinten rechts nun ebenso schon erschöpft, so dass ich nur noch ein müdes und mattes „no no, no worries, all fine“ herausbrachte, meine Beine etwas beim Sitzen etwas anwinkelte und so die kurze Fahrt zu unserem Vorort in Auckland – eigentlich ganz gut – überstand.
Für Kiwis ist das völlig normal. Wann immer ich bei einem Kiwi mitgefahren bin, musste im Auto erst einmal Platz geschaffen werden! Völlig egal, ob man geplant oder überraschenderweise mitfährt. Immerhin, der Kiwi schafft schnell Platz in seinem Auto, so dass man letzten Endes auch mitfahren kann. Mag sein, dass man seine Füße bzw. Schuhe auf einen Karton von der Webcam stellt oder auf einem Packerl Strumpfhosen sitzt – Hauptsache man kommt von A nach B.
Ich habe es bis heute nicht gewagt, die Kiwis zu fragen ob man denn nicht mal das Auto entrümpeln sollte. Ich fürchte, dass ich damit zu sehr das Taktgefühl eines Kiwis verletzen würde. Es hat sicherlich seinen Grund, warum man im Auto ständig eine Webcam, Strumpfhosen, Stifte, Times Magazin, Fernsteuerung und Telefon mitführen muss und durch die Weltgeschichte fährt. Doch bis heute blieb mir das verborgen, und ich denke, es wird noch einige Zeit dauern, bis ich dieses Geheimnis eines fast jeden Neuseeländers gelüftet habe.
Das Geheimnis von portablem Lager – fast schon ein Kiwi DaVinci Code!
PS: Ich könnte Euch jetzt auch noch beschreiben wie eine typische Kiwi Garage aussieht... Wenn ich mal als 007 ganz geheim ein Bild von einer derartigen Garage ein Bild knipsen kann, dann werde ich dieses hier noch in den Blog stellen ...
So , am (vor-) letzten Samstag war ich mal wieder tauchen. Im Hafen von Leigh, beim Müllsammeln! Aber der Reihe mal nach ....
Ich hatte an anderer Stelle ja bereits geschrieben, dass es so etwas wie Vereine in Neuseeland kaum gibt. Man trifft sich mehr in Leisure Centers, zur Gym oder im Kraftraum, oder im Swimming Pool, oder am Strand beim Surf Club. So ist es bislang doch relativ schwierig für mich, andere Tauchen kennen zu lernen.
Nun läuft in Neuseeland ja auch viel über freiwillige Aktionen. Einmal hatte ich ja über das public tree planting berichtet, und am letzten Wochenende war eben ein Aufruf, dass die Taucher sich in Leigh treffen sollten, um dort im Hafen den Müll heraus zu holen. Solche Aktionen sind eigentlich ganz witzig, hatte allerdings an diesem Samstag nicht unbedingt vor, im Müll herum zu stochern, stattdessen schwebte mir eher ein gemütliches Frühstück mit anschließenden gemütlichen Morgen an unserem „Haus-Strand“ vor.Treffpunkt war in Leigh um 12:15pm, zumindest hatte es mir der Organisator Chris am Telefon am Tag zuvor mitgeteilt. Klar, der Deutsche war natürlich Punkt 12:15 pm beim Tauchladen, nur von den Kiwis und den weiteren Müllsammlern fehlte jede Spur. Sollte ich etwa der Einzige sein, der hier Müll sammeln sollte? Oder hatten wir schon irgendwie auf Sommerzeit umgestellt, die anderen machten bereits im Hafen das Becken unsicher und nach diversen Gegenständen im Wasser suchten, während ich hier noch im Tauchladen meine Kiwis suchte ...
Nein, weder noch, der Deutsche hat’s einfach noch nicht kapiert, das eine Treffpunktangabe wie 12:15pm für einen Kiwi eher „Nach Lunch“ bedeutet. Nun denn, um 01:30 pm war dann Treffpunkt am Hafen. Eine kurzes Tauchbriefing (Einweisung), die mehr eine Zusammenfassung der gefundenen „Schätze“ des letzten Jahres war, als eine Einweisung in Tauchgebiet, Tauchsicherheit im Hafen und weiteren für einen Deutschen von zentralem Interesse bedeutenden Themen. Tja, die Uhren und die Themen ticken hier eben anders...